Konzertprogramm
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- Publication date
- 2019-10-15
- Usage
- Attribution-NonCommercial-NoDerivs 4.0 International




- Topics
- Kunst, Musik, Komposition, Malerei, Zeichnung, Collage, Installation, Primzahlen
- Collection
- booksbylanguage_german; booksbylanguage
- Language
- German
- Item Size
- 29.5M
„Mouvements musicaux et perpétuels“ zur Ensemblia 2005 in Mönchengladbach
Anlässlich der diesjährigen „Ensemblia“ präsentiert die Galerie Löhrl wieder Arbeiten zum Thema Bild und Musik. Es sind Werke der seit langem miteinander befreundeten Künstler Gerd Jansen und Gerhard van der Grinten zu sehen, Werke die unterschiedlicher nicht sein könnten und die aber gerade darum in wechselseitiger Wirkung äußerst aufschlussreiche Perspektiven auf die Verbindungslinien zwischen Bildnerischem und Musikalischem ermöglichen.
Gerd Jansen ist in der Ausstellung mit 11 Variationenreihen vertreten, die an einer Wand vollständig zu sehen sind. Von diesen, gewissermaßen partiturmäßig angelegten, kleinformatigen Motiven, sind einige ausgewählt, um in größerem Format als Collage, Laserdruck, Hinterglasmalerei und Wandinstallation in Erscheinung zu treten. Ergänzt wird diese in sich schlüssige Präsentation bildhafter Arbeiten durch einige beleuchtete Vitrinen, in denen man die in den Bildern angelegte Räumlichkeit ausgeführt findet. Den Arbeiten liegt eine sehr systematische Vorgehensweise und ein minimalistischer Ansatz in der Verwendung des Materials zugrunde.
Schon früh interessierte sich Gerd Jansen für die Verbindung von Bild und Musik, vor allem für den Vorgang der musikalischen Komposition. So steht in seinen Arbeiten nicht das Ausdrucksmäßige der Musik im Vordergrund – wie bei seinem Kollegen Gerhard van der Grinten – sondern der Entstehungsprozess aus einem einheitlichen Prinzip, wie etwa in der Musik die Kombination der Töne zu Klängen und zeitlichen Folgen. In diesem Sinne ist seit 1997 für Gerd Jansen die Folge der Natürlichen Zahlen und die strukturbildende Eigenart einiger dieser Zahlen, Primzahl zu sein, alleinige Grundlage seiner Arbeit. Der Vorgang des Einteilens und Zählens ist in der Musik von ebenso großer und grundlegender Bedeutung. Hier sieht Gerd Jansen eine verlässliche Möglichkeit Bild und Musik aus einem einheitlichen Prinzip verstehen zu können. Dem Vorbild des musikalischen Komponierens folgend, zeichnet Gerd Jansen Pläne, die wie Partituren auch von anderen Menschen ausgeführt werden können und die interpretierbar sind in Größe, Farbigkeit und Material. Es entsprechen, vereinfacht gesagt, die Zahlen den Noten, die Materialien den Tönen und Klängen und die Formen den Rhythmen und Melodien.
Gerd Jansen, der zunächst in Göttingen Physik und dann in Düsseldorf bei Tony Cragg und Erwin Heerich Bildhauerei studierte, gründete im Jahre 2000 in der Nähe von Basel ein Institut, in dem Ausstellungen durch Konzerte und Dialogmöglichkeiten ergänzt wurden. Hier zeigte Gerd Jansen im Jahre 2002 auch eine Ausstellung mit Werken von Gerhard van der Grinten, welche dann die gemeinsamen Aktivitäten im Bereich von Kunst und Musik erheblich intensivierte.
Die Arbeiten von Gerhard van der Grinten entstehen in der absoluten Beherrschung der Mittel aus einer inneren, spontanen Regung. Meist ist eine ganz konkrete Musikvorlage die Inspirationsquelle. Seine Medien sind die Zeichnung, die Malerei, die Collage und die Druckgraphik. Seine Beschäftigung mit der Korrespondenz von Bildender Kunst und Musik geht etwa auf das Jahr 1988 zurück. Damals begann er mit zyklischen Gemäldeserien auf symphonische Musik. Seither entstand eine kaum überschaubare Zahl von Zeichnungen, Malereien und Druckgraphiken in kleinsten bis immer noch handlichen Formaten. Bei ihm ist es keine Frage, dass er über diese Arbeit zu einem profunden Kenner besonders der Musik der letzten 200 Jahre wurde. Sein Stil ist leidenschaftlich und gleichwohl von souveräner Kultiviertheit, denn er versteht es glänzend mit seinem reichen Detailwissen die Fäden zwischen Kunst, Musik und Literatur zu spinnen. Als persönlicher Freund des großen englischen Komponisten Sir Malcolm Arnold, hat er geholfen, dessen Musik nicht nur malend, sondern auch durch Konzertinitiativen bekannt zu machen.
Die Präsentation zweier so verschiedener, doch inhaltlich sich sehr ergänzender Positionen, gerät zu einem spannenden Streifzug im Zwischenland von Bild und Musik. Der Kontrast von Systematik und Improvisation verleiht der Ausstellung gleichsam musikalische Bewegungen oder musikalische Momente, in jedem Raum, immer wieder neu, anders und gleich – wie es der Titel „Mouvements musicaux et perpétuels“ verspricht.
- Addeddate
- 2019-10-15 11:11:59
- Collection_added
- booksbylanguage
- Identifier
- konzertprogramm
- Identifier-ark
- ark:/13960/t06x7b24k
- Ocr
- ABBYY FineReader 11.0 (Extended OCR)
- Pages
- 40
- Ppi
- 300
- Scanner
- Internet Archive HTML5 Uploader 1.6.4
- Year
- 2019
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